Was hat Literatur mit Geschichte zu tun?

Was wäre zum Beispiel unsere Sicht auf den Dreißigjährigen Krieg ohne den ersten deutschen Roman den „Simplizissimus“ von Grimmelshausen? Was erzählen uns Gottfried Benn´s Gedichte über die Haltung und das Denken der „inneren Emigration“ von Menschen während der Hitlerzeit? Oder wie viel hat Erich Maria Remarque mit „Im Westen nichts Neues“ zu unserer Vorstellung des ersten Weltkriegs beigetragen? Oder Margret Mitchells Roman “Vom Winde verweht...“ über den amerikanischen Bürgerkrieg? Man kann noch viele Beispiele zu diesem Thema nennen, von Walter von der Vogelweide als politischem Dichter bis Albrecht Haushofer als poetischem Ankläger.

Literatur vermittelt Geschichte und beschreibt, was Fakten nicht aussagen können. Sie beschreibt dann die Wirklichkeit – ohne Abstraktion – und führt uns mitten hinein ins Erleben der Geschichte. Aus dieser Vorstellung heraus befasst sich die Gruppe, in Umkehrung des Sebastian Haffner Zitats von der „Geschichtsschreibung als Zweig der Literatur“ , mit "Literatur als Zweig der Geschichtsschreibung".

Natürlich ist der Name “Heimatloser Gedichtsverein” ein Wortspiel. Aber Worte erzeugen Sinn. Gedichte und literarische Texte sind immer heimatlos, sie haben eine Herkunft, aber keine Heimat. Sie wandern sogar über Sprachgrenze und  hinterlassen etwas, in den Hirnen und auch Herzen der Leser und Hörer. Und das ist es, was wir wollen.

Wir, das sind:
Claudia Bechthold, Dieter Eckart, Rudolf Fauerbach, Dr. Roland Krebs und Markus Rückert. 

Wir greifen in unregelmäßiger Folge Themen auf, die im Rahmen der Ziele des Heimat & Geschichtsvereins von Interesse und Bedeutung sind, um uns ihnen literarisch zu nähern. Wir wollen die historischen Dimensionen von Texten erschließen und zu vermitteln versuchen.